Künstliche Intelligenz

Neues EU-Amt für künstliche Intelligenz

Von gabor partners //
Einführung
Mit der rasanten Entwicklung und zunehmenden Verbreitung künstlicher Intelligenz (KI) in verschiedenen Branchen und Lebensbereichen ist die Regulierung dieser Technologien zu einer dringenden Notwendigkeit geworden. Um den EU AI Act umzusetzen und die Innovationen im Bereich der KI zu fördern, hat die Europäische Union ein neues Amt für künstliche Intelligenz in Brüssel eingerichtet. Dieses Amt wird eine zentrale Rolle bei der Koordinierung und Durchsetzung der neuen Vorschriften spielen und sicherstellen, dass KI-Systeme sicher, transparent und ethisch vertretbar sind.
Struktur und Aufgaben des neuen EU-Amts für KI
Das EU-Amt für künstliche Intelligenz ist der Generaldirektion Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien der EU-Kommission angegliedert und wird eine Vielzahl von Aufgaben übernehmen, um die Einheitlichkeit und Effektivität der neuen Regelungen sicherzustellen.
  1. Erarbeitung von Grundsätzen und Leitlinien: Das Amt wird Grundsätze entwickeln und die Behörden der Mitgliedsstaaten koordinieren, um eine einheitliche Anwendung des EU AI Acts zu gewährleisten. Zu den ersten Aufgaben gehört die Erstellung von Leitlinien zur Definition von KI-Systemen und KI-Verboten, die innerhalb von sechs Monaten nach Inkrafttreten des AI Acts vorgelegt werden sollen.
  2. Überwachung und Durchsetzung: Während die nationalen Behörden in den Mitgliedsstaaten für die Überwachung und Durchsetzung der Vorgaben zuständig sind, übernimmt das KI-Amt eine besondere Rolle als Marktüberwachungsbehörde für General Purpose AI (GPAI) wie ChatGPT und andere. Es kann technische Informationen anfordern und im Extremfall anordnen, dass ein KI-Modell vom Markt genommen wird.
  3. Förderung von Innovation und Investitionen: Um den Transfer von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft zu beschleunigen, fungiert das Amt als Bindeglied zwischen Forschung und Industrie. Es unterstützt den Zugang zu KI-Sandkästen und Praxistests und arbeitet eng mit Vertretern aus Industrie, Start-ups, KMUs und Hochschulen zusammen. Foren und Kooperationen mit internationalen KI-Sicherheitsinstituten sind ebenfalls geplant.
Herausforderungen und Chancen
Die Einrichtung des neuen Amts birgt sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Einerseits müssen Unternehmen sicherstellen, dass ihre KI-Systeme den neuen Vorschriften entsprechen, was zusätzliche Compliance-Maßnahmen erfordert. Andererseits bietet das Amt durch seine Förderprogramme und Beratungsdienste Unterstützung bei der Entwicklung sicherer und innovativer KI-Lösungen.
  1. Erarbeitung von Grundsätzen und Leitlinien: Das Amt steht vor der Herausforderung, eine Balance zwischen der Schaffung sicherer und vertrauenswürdiger KI-Systeme und der Förderung von Innovationen zu finden. Zu strikte Vorschriften könnten innovative Start-ups ausbremsen, während ein Mangel an Regulierung das Vertrauen der Nutzer beeinträchtigen könnte.
  2. Rekrutierung und Finanzierung: Der Erfolg des Amts hängt maßgeblich von der praktischen Umsetzung und der Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter ab. Es wird erwartet, dass 80 neue Beschäftigte, darunter Tech-Experten, Juristen und Wirtschaftswissenschaftler, eingestellt werden. Der Rekrutierungsprozess läuft derzeit, auch an der US-Westküste.
Internationale Zusammenarbeit und Marktüberwachung

Das KI-Amt wird auch eine wichtige Rolle in der internationalen Zusammenarbeit spielen, insbesondere mit KI-Sicherheitsinstituten aus dem Vereinigten Königreich und den USA. Es soll als zentrale Anlaufstelle für internationale Kooperationen dienen und globale Standards und Best Practices fördern.

In Bezug auf die Marktüberwachung sind derzeit nur wenige europäische KI-Start-ups betroffen, während internationale Tech-Anbieter verstärkt im Fokus stehen könnten. Die genaue Zuständigkeit für die Marktüberwachung in Deutschland ist noch unklar und wird derzeit diskutiert.

Fazit

Das neue EU-Amt für künstliche Intelligenz ist ein entscheidender Schritt in der europäischen KI-Politik. Es zielt darauf ab, einen sicheren, ethischen und innovationsfreundlichen Rahmen für den Einsatz von KI-Technologien zu schaffen. Unternehmen müssen sich auf die neuen Vorschriften einstellen, können jedoch auch von den zahlreichen Unterstützungsmaßnahmen profitieren.

Die Kanzlei gabor partners steht Ihnen bei Fragen zur Compliance und Umsetzung der neuen Vorschriften gerne beratend zur Seite. Mit unserer Expertise im Bereich der Technologie- und Datenschutzgesetze helfen wir Ihnen, die neuen Anforderungen zu erfüllen und die Chancen des neuen EU-Amts optimal zu nutzen.

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