Pflegekosten

Damit die Pflegekosten nicht das Eigenheim auffressen …

Von gabor partners //

Der aktuelle SPIEGEL titelt: „Reicht mein Geld im Alter?“
Ehrliche Antwort für das Gros der Bevölkerung: Nein. Erst recht nicht im Pflegefall. Dann übersteigen die Pflegekosten die Rente inklusive der Pflegeversicherungsleistungen in den allermeisten Fällen deutlich.
Die Konsequenz:

Bevor der Staat über die „Hilfe zur Pflege“ einspringt, muss der Pflegebedürftige sein gesamtes Privatvermögen aufbrauchen. Das „Familienheim“, für viele Menschen in Deutschland noch immer die sicherste und solideste Möglichkeit der Altersvorsorge, droht damit „unter den Hammer“ zu kommen. Denn: Das „Familienheim“ gehört, seine „Angemessenheit“ vorausgesetzt, zwar zum Schonvermögen i.S.d. § 90 Abs. 2 Nr. 8 SGB XII, das nicht für Pflegekosten eingesetzt werden muss. Privilegiert ist es jedoch nur so lange, wie es auch selbst bewohnt wird. Letzteres ist mit dem Umzug ins Pflegeheim nicht mehr der Fall. Spätestens dann droht also das, was für viele Deutsche ihr „Lebenswerk“ darstellt, peu à peu verloren zu gehen.

Dies kann durch entsprechende Vorsorge verhindert werden. Wird das Familienheim frühzeitig schenkweise auf die Kinder übertragen, gehört es im Pflegefall nicht mehr zum Vermögen des Pflegebedürftigen; die staatliche „Hilfe zur Pflege“ springt dann ein, ohne dass das Familienheim angetastet wird. Möchte der Schenker die Immobilie nach der Schenkung dennoch weiter bewohnen, kann dies durch ein Nießbrauchsrecht zugunsten des Schenkers abgesichert werden.

edoch ist frühzeitiges Handeln erforderlich, um im vorstehenden Sinne zu verhindern, dass die Pflegekosten das Familienheim aufzehren. Denn wenn die Schenkung zum betreffenden Zeitpunkt nicht länger als 10 Jahre zurückliegt, kann der Sozialhilfeträger nach § 93 Abs. 1 S. 1 SGB XII Rückgriff nehmen. Mit anderen Worten: Der Sozialhilfeträger wird über vorbezeichnete Norm den Anspruch des pflegebedürftigen Schenkers auf Rückübertragung des Geschenkten wegen „Verarmung“ des Schenkers aus §§ 528 Abs. 1, 529 Abs. 1 BGB an sich ziehen und geltend machen, um dergestalt das Familienheim zu den Pflegekosten heranzuziehen.

Fakt ist hiernach:
Das Familienheim kann wirksam vor dem „Pflegekostenrückgriff“ des Staates geschützt werden. Man muss nur rechtzeitig tätig werden.
Darüber hinaus:
Schenkungen zu Lebzeiten bieten auch anderweitig Potenzial, nämlich insbesondere mit Blick auf größere Vermögen, die über den relevanten Freibeträgen liegen. Die schenkungs- bzw. erbschaftsteuerlichen Freibeträge leben nämlich alle 10 Jahre wieder auf, § 14 Abs. 1 ErbStG, wodurch sich via „häppchenweisem“ Transfer von Vermögen in die nächste Generation Schenkungs- bzw. Erbschaftssteuer sparen lässt.
Fazit

Die frühzeitige schenkweise Übertragung des Eigenheims an die Kinder schützt das Familienheim davor, durch Pflegekosten konsumiert zu werden. Und Schenkungs- bzw. Erbschaftssteuer sparen kann sie auch.

Für eine individuelle Beratung oder weitere Fragen zum Thema Gesellschaftsrecht steht Ihnen gabor partners gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns noch heute und lassen Sie sich von unseren Expert:innen unterstützen.

Jetzt
Sie

gabor partners rechtsanwaltsgesellschaft – Ihre Ansprechpartnerin Frau Maike Gabor

Wie können wir Ihnen helfen?

gabor partners
rechtsanwaltsgesellschaft mbh & Co. KG
Alexanderstraße 104
70180 Stuttgart

Vielen Dank. Ihre Nachricht wurde versendet.
Wir melden uns schnellstmöglich bei Ihnen.

Wissenswertes rund um Erbrecht, Gesellschaftsrecht und IT-Recht.
Jetzt unseren Newsletter abbonieren.